Philip Island, 22 Februar 2015 – Aprilia zeigte in Australien einen starken WM-Auftakt. Aprilia Racing und das neue Red Devils Team gaben mit dem Weltmeistermotorrad RSV4 gleich in den ersten Rennen zur Superbike WM 2015 eine beeindruckende Vorstellung. Nach den beiden grandiosen Läufen in der unvergessenen Nacht von Katar, die Aprilia den Gewinn beider WM-Titel einbrachte, trumpfte das neu formierte Team um Romano Albesiano in Australien stark auf. Leon Haslam holte bei seinem Debüt für Aprilia auf der RSV4 Sieg Nummer 50 in der Superbike WM.
 
Es war im Jahr 2000 und ebenfalls auf Philip Island, als Troy Corser auf der Aprilia RSV Mille den ersten Sieg für die Marke einfuhr. Mit der RSV4 hat Aprilia vor fünf Jahren die Latte für die Konkurrenz in der Superbike WM hoch aufgelegt. Mit 42 von bisher insgesamt 50 Siegen in der SBK-WM wurden seit 2010 auf RSV4 viermal der Herstellertitel und dreimal die Fahrerwertung gewonnen. 2015 startete Aprilia auf Philip Island wieder extrem stark. Leon Haslam führt nach den ersten beiden Rennen die Fahrwertung, Aprilia die Herstellerwertung der Superbike WM 2015 an.
 
Romano Albesiano kommentierte den Saisonstart 2015 wie folgt: „Unser Team der Rennabteilung hat während der Winterpause viel gearbeitet. Als wir auf Philip Island ankamen, hatten wir noch eine Menge Fragen im Gepäck. Nach diesem fantastischen Sonntag, an dem Leon beinahe sogar ein Doppelsieg gelungen wäre, sind viele Fragen beantwortet. Ein hervorragendes Ergebnis – und  das bereits bei seinem ersten Start. Es sieht nach einer recht ausgeglichenen Saison aus. Es gibt einige Fahrer, die als Sieganwärter in Frage kommen. Ich glaube, wir haben mit unserer heutigen Leistung unsere Stärke unter Beweis gestellt. Leon zeigte Entschlossenheit und bewies Mut. Torres verbessert sich ständig weiter und fährt als Rookie in der Klasse bereits auf beneidenswert hohem Niveau.“
 
Obwohl Aprilia in Australien mit zwei neuen Fahrern und der neuen RSV4 RF antrat, standen die Marke und Leon Haslam von Anfang an im Rampenlicht. Gleich bei seinem ersten Auftritt bestätigte der schnelle Engländer das Sieger-Potential der RSV4. In beiden Läufen war Haslam Hauptakteur im Kampf um den Sieg. Mit Jonathan Rea lieferte er sich dabei ein couragiertes, faires Rennen. Nachdem sich die beiden im ersten Lauf zusammen mit Chaz Davies an die Spitze des Feldes gesetzt hatten, wechselten Rea und Haslam bis zur letzten Runde mit packenden Zweikämpfen immer wieder die Positionen. Erst kurz vor der Zielflagge gelang Rea der Durchbruch und holte mit nur 0,0039 Sekunden Vorsprung den Sieg.
 
Das Drehbuch zu Lauf 2 sah ähnlich aus, allerdings waren die Rollen vertauscht. Haslam und Rea lieferten sich einen Zweikampf par excellence. Die ständigen Führungswechsel  –  bis in die letzte Runde – versprechen für 2015 eine sehr spannende Saison. Erst in der letzten Kurve ging Haslam aus dem Windschatten seines Landsmannes heraus, um ihn vor der Ziellinie abzufangen. Diesmal kam Haslam mit weniger als 0,001 Sekunden Vorsprung als Sieger ins Ziel.
 
Leon Haslam: „Dieses Rennen weckt in mir große Erinnerungen. Mein letzter Sieg war 2010 in Kyalami, nach einem großartigen Kampf mit Rea. Kompliment an mein Team. Sie haben das ganze Wochenende hervorragend gearbeitet. Im ersten Lauf habe ich leider einen Fehler gemacht. Zum Glück hatte ich genug Luft und konnte am Ende aufschließen und mit nur wenigen Tausendstel Rückstand Platz 2 einfahren. Ich war motiviert, wollte unbedingt den zweiten Lauf gewinnen. Mal abgesehen davon, dass ich etwa ab Rennmitte das Gefühl hatte, keine Reserven mehr zu haben, lief alles nach Plan. In der letzten Kurve habe ich das Gas absolut im richtigen Moment aufgemacht. Genau auf der Ziellinie habe ich realisiert, dass ich an Rea vorbei war. Ich bin wirklich glücklich endlich wieder ganz oben auf dem Podium zu stehen.“ 
 
Auch Jordi Torres erlebte einen positiven Saisoneinstieg. Bereits nach seinem ersten Superbike Rennen ist er unter den Top Ten. Nur knapp verfehlte Torres einen Podestplatz. Vor großen Namen wie Guintoli und Bayliss zeigte der junge Spanier keinerlei Respekt. Auch im zweiten Lauf wäre eine Top Platzierung möglich gewesen. Als Torres nach hartem Kampf um Platz 4 Sykes überholen wollte, rutschte ihm die Maschine  weg. Unverletzt, leider diesmal ohne Punkte, war der zweite Lauf für ihn beendet.
 
Jordi Torres: „An diesem Sonntag habe ich eine Menge gelernt. Im ersten Rennen habe ich eine gute Leistung abgeliefert. Vom Start weg war ich schnell unterwegs. Ich habe viel über Reifenverschleiß gelernt und wie man damit umgeht. Du musst aufpassen, dass du dich nicht permanent in einer Art Lernphase befindest. Du musst sehr vorsichtig am Gas sein, diese Lektion habe ich im zweiten Lauf nur zu gut begriffen. Leider ist Sykes wirklich spät auf der Bremse. Mit meinem Überholmanöver habe ich zu lange gezögert. Als ich dachte, jetzt muss es klappen, war ich zu heftig drauf und bin gestürzt. Ich muss mir die guten Eindrücke von diesem Wochenende in Erinnerung halten und ruhig bleiben. Ich bin schon schnell, aber ich muss noch an meiner Strategie arbeiten.“
 
Andrea Petricca: „Heute haben Haslam und das gesamte Team gewonnen, Profis, die es gewohnt sind zu siegen. Uns war klar, welches enorme Potential Haslam und die RSV4 besitzen. Leon hat heute auf Philip Island gezeigt, dass er in diesem Jahr um den  Superbike WM-Titel kämpfen wird. Es wird nicht leicht werden, wir kämpfen schließlich auf höchstem Niveau, aber wir werden unser Bestes geben. Für Torres war es heute das Debüt in der Superbike WM. Er kann mit den schnellsten und erfahrensten Piloten der Klasse mithalten. Wir sind überzeugt, dass er in den nächsten Rennen gute Ergebnisse einfahren wird.“
 
RENNEN 1                                                     
1. Rea (Kawasaki)                                           
2. Haslam (Aprilia)                                        
3. Davies (Ducati)                                            
4. Torres (Aprilia)                                          
5. VD Mark (Honda)                                          
6. Sykes (Kawasaki)                                         
7. Guintoli (Honda)                                           
8. Terol (Ducati)                                               
9. Lowes (Suzuki)                                             
10. Camier (MV Agusta)                                   
 
RENNEN 2
1. Haslam (Aprilia)
2. Rea (Honda)
3. Davies (Ducati)
4. Sykes (Kawasaki)
5. Guintoli (Honda)
6. Terol (Ducati)
7. De Puniet (Suzuki)
8. Camier (MV Agusta)
9. Baiocco (Ducati)
10. Ramos (Kawasaki)
 
SBK-WM FAHRERWERTUNG                         
1. Haslam (Aprilia - 45)                    
2. Rea (Kawasaki - 45)                     
3. Davies (Ducati -32)                    
4. Sykes (Kawasaki - 23)                    
5. Guintoli (Honda -20)                     
6. Terol (Ducati - 18)                     
7. Camier (MV Augusta - 14)                    
8. Torres (Aprilia - 13)                    
9. Baiocco (Ducati - 12)
10. VD Mark (Honda - 11)
 
SBK-WM HERSTELLERWERTUNG
1. Aprilia (45)
2. Kawasaki (45)
3. Ducati (32)
4. Honda (22)
5. Suzuki (16)
6. MV Agusta (14)
7. BMW (5)
8. EBR (2)